Stell Dir einen Psychologen oder eine Psychologin vor. Was genau machen Personen in der Psychologie eigentlich, wie arbeiten sie? Wenn man an Psychologen oder Psychologinnen denkt, hält sich immer noch das Bild von Leuten, die bei Menschen nach psychischen Krankheiten suchen. Aber ist das auch heute noch so?

Zumindest bis vor kurzem war es das noch. Dann wird Martin Seligman in den späten 1990er Jahren Präsident der American Psychological Association, einem der größten Psychologie-Fachverbände der Welt. Ihn hatten bisher vor allem Arbeiten zu den Hintergründen von Depression bekannt gemacht, aber während seiner Amtszeit wirbt Seligman aktiv für eine ganz neue Richtung in der Psychologie: die Positive Psychologie.

Neue Wege gehen

Okay, also ist die Positive Psychologie was anderes als die “alte” Psychologie? Nicht ganz. Positive Psychologie ist kein Bruch mit der traditionellen Psychologie und soll sie schon gar nicht ersetzen, es geht einfach nur darum, andere Fragen zu behandeln. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Psychologie hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, wie man Kranke weniger krank machen könnte. Leute, die keine psychischen Probleme hatten, waren in den meisten Fällen erstmal nicht interessant. Vor allem geprägt vom Zweiten Weltkrieg wollte Psychologie vor allem heilen.  Das funktionierte erstmal auch ganz gut. Viele psychischen Krankheiten sind heute behandelbar oder sogar heilbar, wir verstehen jetzt endlich vorher nicht greifbare Konzepte wie zum Beispiel Alkoholismus. Aber wenn das so gut funktioniert, warum gibt es dann denn die Positive Psychologie? Durch die Fokussierung auf Krankheiten und Heilung waren die schönen und glücklichen Aspekte des Lebens einfach nicht interessant. Kurz gesagt: Indem sich die Psychologie auf die negativen Aspekte konzentriert hat, hat man alle positiven erstmal ignoriert.

Jedenfalls bis ins besagte Jahr 1998.  Seligman und andere etablierten die Positive Psychologie als ernstzunehmende Richtung innerhalb des Fachs. Und stellten sich dabei die Frage: Was macht unser Leben eigentlich lebenswert?

Fun Fact: Den Begriff “Positive Psychologie” gab es allerdings schon vor Seligman. Der amerikanische Psychologe Maslow, am besten bekannt für seine Bedürfnispyramide, benutzte ihn schon weit früher, aber ohne, dass das Gebiet viel Anklang fand. Sorry, Maslow.

Psychologen und Psychologinnen fingen also mit Seligman endlich damit an, sich mehr mit den positiven Seiten der Psyche und des Lebens auseinanderzusetzen: Gefühle wie Dankbarkeit, Bewunderung und Glück spielen bei der Positiven Psychologie eine wichtige Rolle. Man geht hier davon aus, dass alle Menschen ihre guten Seiten weiter entwickeln wollen. Ziel ist es, die Menschen glücklicher zu machen und eigene Stärken in den Vordergrund zu stellen.

Kann da jeder mitmachen? Absolut! Man beschäftigt sich jetzt auch mit Leuten ohne psychische Probleme, die Positive Psychologie richtet sich also an alle. Was ist Glück und warum sind manche glücklicher als andere? Wie lassen sich subjektive Gefühle wie Glück und Wohlbefinden für jeden steigern? Solche Fragen wurden bisher höchstens von Philosophen gestellt, jetzt versuchen auch Wissenschaftler darauf, eine Antwort zu geben. Wichtig ist, dass dabei nicht alles Negative im Leben ignoriert wird, sondern die positiven Seiten einfach deutlich herausgestellt werden.

Und dann?

Später entwickelt Seligman seine Theorien und Ansätze weiter, die Idee des “Flourishing” kommt ins Spiel und wird zu einem zentralen Bestandteil der Positiven Psychologie, zusammengefasst in dem sogenannten PERMA-Modell.

Aber wenn es eine Positive Psychologie gibt, heißt es dann, alles andere ist negative Psychologie? Das kritisieren einige immer wieder an dem Begriff der Positiven Psychologie. Allerdings war das weder Maslow noch Seligmans Absicht und wurde von ihnen auch immer entschieden verneint. Die Positive Psychologie soll eher als (notwendige) Ergänzung zur Psychologie verstanden werden.

Klingt spannend? 

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In diesem Sinne, stay tuned!

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